Publizieren im Open Access
Open-Access-Publikationen bieten Vorteile bezüglich Sichtbarkeit der eigenen Forschung und ermöglicht der Gesellschaft, an Forschungsergebnissen teilzuhaben, Auf dem Informationsportal open-access.network sind ausführliche Informationen zu Open Access in der Chemie bereitgestellt.
Unabhängig von Verlagen und Journalen gibt es meistens eine Option, Open-Access zu publizieren, wie nachfolgend dargestellt:
Open-Access-Zeitschriften ohne Publikationsgebühren
Viele relevante und renommierte Verlage bieten mittlerweile Open-Access-Zeitschriften für das Fach Chemie an. Am einfachsten gestaltet sich dabei der Publikationsprozess, wenn weder für das Lesen noch für das Publizieren Kosten anfallen.
Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) enthält Zeitschriften, die Open Access verfügbar sind. Hier lässt sich beispielsweise filtern nach Open-Access-Zeitschriften der Chemie ohne Publikationskosten.
Um eine fachlich passende Open-Access-Zeitschrift zu finden, kann das Tool B!SON der TIB genutzt werden. Hier werden anhand von Titel, Abstract und Referenzen Open Access Zeitschriften aus dem DOAJ vorgeschlagen, wobei sich die maximalen Publikationsgebühren anpassen lassen.
Bei sogenannten Diamond (synonym: Platin) Open-Access-Verlagen ist weder die Einreichung eines Artikels noch der Lesezugriff für die Autor:innen mit Kosten verbunden, wobei die Finanzierung beispielsweise aus der Wissenschaftscommunity übernommen wird. Die Artikel werden für die größtmögliche Nachnutzung unter einer CC BY-Lizenz veröffentlicht.
- ACS Central Science
- Beilstein Journal of Organic Chemistry (Beilstein Institut)
- ARKIVOC (ARKAT USA)
- CHIMIA (Schweizerische Chemische Gesellschaft)
- Geochemical Perspectives Letters (European Association of Geochemistry)
- Comptes Rendus. Chimie (Académie des Sciences)
- Journal of Electrochemical Science and Engineering (International Association of Physical Chemists)
In vielen Ländern werden regionale Zeitschriften von Universitäten oder Fachgesellschaften verlegt. Beispiele im osteuropäischen Raum mit breitem Themenspektrum sind:
- Acta Chimica Slovenica (Slovenian Chemical Society)
- Croatica Chemica Acta (Croatian Chemical Society)
Die hier genannten Beispiele fokussieren sich auf den europäischen und nordamerikanischen Raum und sind in Chemical Abstracts (CAS), Scopus, Web of Science sowie weiteren Datenbanken indexiert. Dadurch ist eine gute Sichtbarkeit der Publikationen gewährleistet.
Open Access durch Publikationsgebühren: Finanzierungsmöglichkeiten
Viele Open-Access-Zeitschriften verlangen Artikelbearbeitungsgebühren (Article Processing Charges, APC). Diese können in bestimmten Fällen von Dritten übernommen werden, beispielsweise können für drittmittelgeförderte Projekte Publikationsgebühren für Open Access beantragt werden.
Eine weitere Möglichkeit ist die (teilweise) Förderung durch Publikationsfonds der Institute oder Bibliotheken. Informationen dazu finden sich direkt bei der jeweiligen Einrichtung. Hierfür muss es sich bei dem gewählten Journal i. d. R. um ein wissenschaftlich anerkanntes Journal handeln, welches vollständig Open Access publiziert, was auch als Gold Open Access bezeichnet wird.
- Communications Chemistry (Springer Nature)
- RSC Advances (Royal Society of Chemistry)
- JACS Au (ACS Publications)
- ChemistryOpen (Chemistry Europe/ Wiley)
- Green Synthesis and Catalysis (Elsevier)
- Open Chemistry (De Gruyter)
- SynOpen (Thieme)
- Green Chemistry Letters and Reviews (Taylor & Francis)
- Magnetic Resonance (Copernicus)
- PeerJ (PeerJ Inc)
Hinweis: Die Auswahl der Beispiele erfolgte auf Basis der fachlichen Ausrichtung von ChemPortal auf die Molekülchemie. Pro Verlag wird nur ein Beispiel genannt. Verlage, die auf Basis ihrer Publikationspraktik kritisch beobachtet werden, wurden nicht einbezogen. Zum Publizieren in seriösen Zeitschriften sind die „Think. Check. Submit.“-Prinzipien zu beachten.
Darüber hinaus ist es auch möglich, in subskriptionsbasierten Zeitschriften Open Access (hybride Option) zu publizieren. In diesen Fällen werden Publikationsgebühren zum Teil durch Verträge zwischen den Verlagen und Bibliotheken/ Instituten abgedeckt, die sogenannte Publish-and-Read-Modelle umfassen.
Darunter fallen die DEAL-Verträge, die bundesweit zwischen Forschungseinrichtungen und den Verlagen Wiley, Springer Nature und Elsevier abgeschlossen wurden, sowie andere Verträge, zum Beispiel mit den Verlagen Taylor & Francis oder Thieme. Ob die eigene Institution solche Verträge mit den jeweiligen Verlagen abgeschlossen hat, kann meistens auf den Seiten der Zeitschriften, des Verlags oder der auf der hauseigenen Website überprüft werden.
Open Access über Zweitveröffentlichung
Falls keine direkte Publikation im Open Access möglich ist, besteht bei den meisten Zeitschriften die Möglichkeit, Open Access über eine Zweitveröffentlichung (Green Open Access) zu ermöglichen. Die rechtlichen Bedingungen für Zweitveröffentlichungen sind im Open Policy Finder des Joint Information Systems Committee (JISC) zusammengefasst. Es kann zwischen zwei Optionen unterschieden werden:
- Die eingereichte Version des Artikels kann als Preprint-Veröffentlichung in einem geeigneten Preprint-Repositorium eingereicht werden (siehe Kategorie „Submitted“ im Open Policy Finder).
- Die akzeptierte Version des Artikels kann nach einer Sperrfrist (Embargo) in einem geeigneten Text-Repositorium veröffentlicht werden (Self-archiving, siehe Kategorie „Accepted“ im Open Policy Finder).
Viele Forschungseinrichtungen bieten eigene Text-Repositorien an, hierfür können Sie sich beispielsweise bei der Bibliothek der eigenen Einrichtung informieren. Eine Übersicht zu relevanten Repositorien bietet das Open Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR).
- ChemRxiv
- Beilstein Archives
- ReNaTe: Repositorium für Naturwissenschaften und Technik der TIB
Video: 10 Gründe für Open Access von Helene Brinken, veröffentlicht unter CC-BY 4.0, DOI: 10.5446/51995.